Surreale Momente in Moldawien

Übersetzte Fassung des Artikels „Surreal Moments in Moldova“ von Chris Boiling, erschienen im Wine Tourist Magazine, Ausgabe März 2016.

Alle Augen sind auf uns gerichtet. Unser Mercedes Minivan ist, gemessen an den aufgerissenen Augen der an den Straßen spielenden Kinder, für hiesige Verhältnisse riesig. Seine 201 Pferdestärken konkurrieren gegen die von Pferden gezogenen Karren, die in diesem kleinen osteuropäischen Land weiter verbreitet zu sein scheinen. Das funktionelle, klassische Design des Kombis steht im krassen Gegensatz zu den halb fertigen „Palästen“, die durch ein Labyrinth von Schotterpisten miteinander verbunden sind, auf denen wir gerade entlang holpern.

Weingut Purcari
Weingut Purcari

Wir finden uns in einer Ansammlung aus unvollendeten Prestigeprojekten wieder – nackte Hohlblockwände und weiße Säulen mit glänzenden Goldkuppeln, Statuen von Löwen und Pferden in Gärten voller Schutt. Wir sind in Soroca, im Nordosten der Republik Moldawien, in der Nähe der Grenze zur Ukraine, in einer als ‚Gypsy Hill‘ (Zigeunerhügel) bekannten Region.

 

Ein dunkelhaariger Teenager, in schwarzen, teuer aussehenden Schuhen, ebensolchem Gürtel und Armbanduhr, führt uns zum Anwesen seiner Familie. Es ist zweifellos beeindruckend. Das imposante Betonblock-Gebäude ist voll mit antiken Möbeln, Wandteppichen, religiösen Skulpturen, Kristallleuchtern und prächtigen Bildern.

Nach der zweieinhalb-stündigen Fahrt von der Hauptstadt Chişinău hierher, bin ich erstmal reif für ein Bad. Es gibt im Haus tatsächlich ein Bad mit einem kleinen Pool gleich neben der Badewanne.

Als ich ins Esszimmer zurückkomme, wird mir selbst erzeugter Rotwein serviert. Er ist süß und näher am Traubensaft als am Wein. Ich heuchle, dass er köstlich sei. Die Frau des Hauses, die der herrschenden Cherari Dynastie angehört, erklärt, warum ihr Mann und ihre anderen Söhne nicht hier sind. Sie sind gerade in den entfernteren Teilen Russlands und verkaufen “Äpfel und Birnen”, die dort als „exotische“ Früchte gelten.

Das Weintrinken in diesem Roma Palast zählt zu einem der wundersamsten Momente meines Lebens. Aber diese viel zu kurze, viertägige Reise nach Moldawien hielt gleich mehrere solcher surrealen Überraschungen für mich bereit. Ich bin auf dieses ehemalig sowjetische Land aufmerksam geworden, weil es mit auf die längste Geschichte der Weinerzeugung zurück blickt (etwa bis auf 3000 v.Chr.), und sich inzwischen mehr auf die westlichen Exportmärkte ausrichtet, nachdem es mit seinem Hauptexportmarkt, Russland wiederholt zu Problemen kam. Zudem hat es einige sehr interessante, autochthone Rebsorten zu bieten, z.B. die Weißen Sorten Feteasca Alba, Feteasca Regală und Viorica sowie die Roten Feteasca Neagră, Rara Neagră und Saperavi.

Was ich nicht erwartet habe, war so viel selbst produzierter Wein. Aber das ist, was die Einheimischen trinken und was man angeboten bekommt, wenn man in ihre Häuser eingeladen wird oder in eines der rustikalen, bodenständigen Restaurants geht. “Es ist eine Moldawische Tradition – jeder baut Trauben an, macht Wein, hat einen Keller”, erklärt meine Reiseleiterin, Natalia Cojuhari. “Wer dich nicht mit einem eigenen Wein begrüßen kann gehört zur Unterschicht.”

Unterstoßen der Maische für den Hausgemachten Wein
Unterstoßen der Maische für den Hausgemachten Wein

Aber auf das anständige Zeug – also Wein, der Exportaufträge erhält und Anhänger rund um den Erdball gewinnen kann – muss ich noch warten, bis ich eine der neuen oder renovierten Weinkellereien besuchen kann. Jene Weingüter, die einen Teil der 330 Millionen Euro erhalten haben, die der Westen im Laufe des letzten Jahrzehnts in Moldawien investiert hat, um es aus der Umklammerung Russlands zu befreien. Immerhin sind rund ein Viertel der Erwerbstätigen des Landes in der Weinindustrie beschäftigt. Ihr Anteil am Bruttoinnlandsprodukt beträgt mehr als 3%.

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass der süße Rotwein im Roma Palast nicht unbedingt typisch für den selbst gemachten Wein ist – die meisten haben eine kräftige Säure, was aber ausgesprochen gut zu den traditionellen Gerichten wie Plăcintă (ein vorzüglich schmeckendes gefülltes Gebäck) und Mămăligă (Polenta, mit Schafskäse und Schmand) passt.

Im Gegensatz dazu sind die Weinkellereien auf der Reiseroute glatt und steril. Die Gebäude sind Innen wie Außen tadellos, die Touren werden professionell geführt und sind gut durchdacht. Die Weine sind so, wie man sie sich von den aufstrebenden osteuropäischen Ländern erwartet, die sich zunehmend in Bezug auf Qualität und Güte positionieren.

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In Moldawien gibt es vier Stationen, die man als Weintourist besucht haben sollte. Die zwei großartigen Chateaus, Purcari und Vartely, und die zwei unterirdischen labyrinth-artigen Keller, Cricova und Mileştii Mici.

Weinkeller von Purcari
Weinkeller von Purcari

Purcari, in der südöstlichen Region, ungefähr 114 km von Chişinău entfernt, wurde 1827 gegründet und ist einfach atemberaubend. Es ist ein Chateau im französischen Stil mit acht Suiten, zwei Restaurants, zwei Seen sowie Kellern, die von den früheren Bewohnern – Mönchen – in Form eines Kreuzes erbaut wurden. Die Bosavan Familie hat den Komplex, unterstützt mit reichlich US-Dollars, wieder aufgebaut, stets im Hinblick auf die Touristen. Allerdings eher auf Reisebuspartien statt Weintouristen.

Die Verkostung bei unserer Tour beinhaltete Chardonnay, Cabernet Sauvignon und einen süßen roten Wein, Cahor, der vor allem in den russisch Orthodoxen Gemeinden beliebt ist. Es ist eigentlich eine Schande, weil Purcari wirklich viel interessantere Weine erzeugt, allen voran die Cuvées bei denen jeweils eine regionale Rebsorte mit einem internationalen Partner in einem 51/49-Verhältnis gepaart wird: Rara Neagră mit Malbec oder Feteasca Alba mit Chardonnay. Und natürlich sein ikonischer Wein, Negru de Purcari, der ein Liebling des russischen Kaisers Nicholas II und der britischem Krone seit den Zeiten König George V gewesen sein soll. Er enthält 70% Cabernet Sauvignon, 25% Saperavi und 5% Rara Neagră. Er hat eine tiefe, rubinrote Farbe, reife Pflaumen, Feigen und Gewürze in der Nase sowie rote und schwarze Früchte mit in Eichennoten eingebunden Gewürzen im Mund.

Ein anderer toller Roter ist der Freedom Blend, eine Cuvée aus 50% Rara Neagră, 45% Saperavi und 5% Bastardo. Purcari gehört zu der steigenden Zahl an Erzeugern, die einen sortenreinen Rara Neagră ausbauen. Diese im Anbau schwierige rote Traube hat einen hohen Gerbstoffanteil bei niedriger Säure, sie kann aber einen eleganten Wein irgendwo im Spektrum zwischen Pinot Noir und Sangiovese hervor bringen. In der Nase rote Kirschen und getrocknete Kräuter, mit Granatapfel und floralen Noten sowie etwas Pfeffer und Gewürze. Im Mund hat er einen mittelkräftigen Körper, frisch, beherrscht von roten Beeren und Dörrobst. Die Säure und die Würzigkeit geben ihm eine angenehme Struktur und einen ordentlichen Abgang.

Frederico Giotto, italienischer Weinmacher und Berater
Frederico Giotto, italienischer Weinmacher und Berater

Der italienische Weinberater Federico Giotto, der seit 2009 mit Purcari arbeitet, hat mir erzählt, warum er ein Anhänger der Weine aus Moldawien ist: “Moldawien hat ein Terroir, das Trauben und Weinen eine großartige Identität verleiht. Die Böden sind gewöhnlich sehr dunkel und reich an organischer Masse, aber es gibt auch einige Regionen, wo es, dank des vulkanischen Ursprungs, einen großen Anteil an Eisen im Boden hat. Genau dort werden einige der besten weißen Weine Moldawiens erzeugt. Abgesehen von den Böden sind die weiteren Elemente, die den Character dieser Weine ausmachen, die Ausrichtung und die Nähe zu den vielen Flüssen des Landes und nicht zu vergessen, der Einfluss des Schwarzen Meers.” Vor allem mag er die “außerordentliche Frische und die Ehrlichkeit der Weine”.

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Château Vartely in Orhei, etwa eine Stunde nördlich von Chişinău, ist ein moderner wirkender Komplex, der aber nicht weniger eindrucksvoll ist, mit Unterkünften in ‚traditionellen‘ Villen, zwei großartigen Verkostungsräumen, einem Restaurant und einem ursprünglichen Weingut. Es ist der Traum eines jungen Winzers aus Moldawien, Arcadie Fosneas, der sein Handwerk in Deutschland erlernt hat und eine spezielle Affinität zu den aromatischen Weißen Feteasca Regală, Sauvignon Blanc und Traminer hat. Die Weinkellerei, Teil eines Öl-Konzerns, besitzt 260 Hektar eigene Rebfläche und hat weitere 150 Hektar unter ihrer Kontrolle, von denen sie Trauben zukauft.

Château Vartely
Château Vartely

Eine weitere Touristenattraktion in der Nähe, die einen Besuch wert ist, ist das orthodoxe Höhlenkloster Orheiul Vechi (Alt-Orhei), das die einzige UNESCO Welterbestätte Moldawiens ist.

Das surreale an diesen Besuchen war, dass man in einem luxuriösen Chateau saß und hochtrabende Themen, wie die Liebe des russischen Dichters Aleksandr Puskin zu den Zigeunern besprach, nachdem man auf seiner Route gerade an so viel Armut vorbei gekommen ist. “Wir stehen an der Spitze der Liste der Unglücklichen”, hat Natalia gestanden. “Es ist ein schönes Land, aber wir mühen uns ab um einigermaßen zu überleben. Wie können Sie glücklich sein, wenn Sie die Rechnungen nicht bezahlen können? Es ist nur der Wein, der uns glücklich macht.”

Eine andere unwirkliche Erfahrung war die Fahrt (!) durch einen Weinkeller. Tatsächlich es ist noch surrealer als das. Die Cricova ‚Keller‘, ungefähr 15 km nördlich von Chişinău, sind eher eine unterirdische Stadt, wo Straßen nach den Rebsorten benannt und die Häuser riesige Eichenfässer sind. Die Tour durch die Tunnels, die in den Kalkstein gegraben sind, hat Zwischenaufenthalte, um zu sehen, wie die Schaumweine der Weinkellerei gemacht werden und um die nationale Weinsammlung zu begutachten. Die Weine datieren zurück bis ins Jahr 1902 und enthalten die Privatsammlungen von Hermann Göring, Wladimir Putin und Angela Merkel. Ich habe Burgunder und Bordeaux aus den 1930er Jahren und kalifornische Weine aus den 1990er Jahren entdeckt.

Die fünf unter einem bestimmten Thema stehenden Verkostungsräume sind so eindrucksvoll wie die 120 km langen Tunnels. Einer ist im ‚Präsidenten‘-Stil gehalten, ein anderer ist Europäisch, und mein Favorit wird ‚Seeboden‘ (Sea Bottom) genannt. Man trinkt hier Moldawiens Antwort auf Prosecco, Crisecco, 80 Meter unter dem Dorf Cricova, aber es fühlt sich an wie 20.000 Meilen unter dem Meer. Völlig unglaublich. Der Crisecco wird aus Feteasca Albă und Muskateller gemacht. Er ist fruchtig und spritzig, aber meine ‚Lieblingsbrause‘ in Cricova war die Cuvée Aleksandr nach traditioneller Methode bereitet – reich, knackig und absolut erfrischend.

Cricova ist aber nicht der größte Weinkeller in Moldawien und hat auch nicht die größte Sammlung an Weinflaschen. Diese Ehre gehört Mileştii Mici, 25 km nördlich von Chişinău, wo sich eine Tour durch die Kalksteingalerien auf 200 km und 2 Millionen Flaschen aufsummiert. Genug für zwei Einträge im Guinnessbuch der Weltrekorde.


Weingut Et Cetera
Weingut Et Cetera

Das Problem mit all diesen Orten, war für mich, die Betonung auf der Infrastruktur, obwohl ich der Weine wegen gekommen bin. So war mein Lieblingsbesuch das Weingut Et Cetera etwa 20 Minuten von Purcari entfernt, nahe dem Ort Crocmaz. Et Cetera wird von den Brüdern Igor und Alex Luchianov geführt, die ihr Geld mit dem Betrieb von Casinos auf Kreuzfahrtschiffen in den USA gemacht haben. Ihre funktionelle fabrikartige Weinkellerei – 2009 eröffnet – und das gemütliche Restaurant, ist von 45 Hektar jungen Weinbergen umgeben. Es war nichts Surreales daran hier auf der Terrasse des Restaurants zu sitzen und eine Auswahl von Alex‘ Weinen zu genießen. Es war ein schieres Vergnügen, und ich war sehr dankbar dafür. Der weiße Cuvée, zu gleichen Teilen aus Chardonnay, Pinot Blanc und Sauvignon Blanc, lief sehr geschmeidig. Ebenso der sortenreine Chardonnay – 15%-Alkohol, aber wunderbar eingebunden. Am meisten Spaß haben aber die roten Verschnitte gemacht. Die Cuvée Rouge war dabei herausragend. Ein Blend aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Saperavi und Rara Neagră. Wir konnten ihn aus der Flasche und aus dem Fass kosten. “Er hat Persönlichkeit”, war Igors Kommentar.

Ich habe ihm gesagt, dass er köstlich sei. Und dieses Mal habe ich es auch so gemeint. Ich habe mich zurückgelehnt und den Sonnenschein im Glas aufgesaugt. Ich hätte dort länger bleiben können. Glücklicher Weise baut die Familie acht Gästezimmer, die ab Frühling 2016 bereit sind. Sie bauen auch ein Weingeschäft in Chişinău, in ihrem Büro über dem besten Weinladen der Stadt, Carpe Diem. Ich hatte dort an meinem letzten Abend in Moldawien zu Abend gegessen. Ja, Speisen in einem Weinladen – eine weitere surreale Erfahrung – aber damit hatte ich auch die Chance bekommen, Weine von kleinen Erzeugern wie Vinăria Nobilă, Äquinoktium, Mezalimpe und DAC. Außerdem konnte ich die eigene Reihe von Carpe Diem vom talentierten Weinbauer Ion Luca kosten, der Leiter der Vereinigung der Kleinen Weinerzeuger Moldawiens ist und auch Wein unter dem Crescendo Etikett macht.

Es hat mir gezeigt, dass es in Moldawien mehr Wein zu entdecken gibt als die Top-Namen, und ich habe versprochen, im nächsten Oktober zur Feier des Nationalen Wein Tags zurückzukommen, um noch mehr der 140 Weinkellereien des Landes zu entdecken.

Wie kommt man hin?

Nach Chişinău, Moldawiens Hauptstadt, können Sie von den meisten europäischen Knotenpunkten wie Frankfurt, München, Mailand, Wien und Bukarest fliegen. Die meisten im Artikel erwähnten Orte sind maximal zwei Stunden von der Hauptstadt entfernt.

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Kellertalk mit Lorena Deaconu, Weingut Halewood, Rumänien

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Lorena Deaconu, geb. 1967 in Pitesti (RO), ist Winzerin und arbeitet seit 2007 für das Weingut Halewood in Rumänien. Nach ihrem Studium an der Universität für Weinbau und Önologie in Bukarest, war sie am Forschungsinstitut für Weinbau in Stefanesti/Arges tätig. Darauf folgten Anstellungen bei Vinexport und Euroavipo Bukarest. 2002-2006 war sie als Winzerin und Önologin für die Weinproduktion von Murfatlar Winery zuständig. Auf verschiedenen Auslandsreisen konnte Lorena Einblicke in die Arbeit von Weingüter in Kalifornien, Australien, Frankreich und Chile sammeln. Sie wird regelmäßig als Jurorin für Wettbewerbe eingeladen und ist Mitglied des rumänischen Sommelierverbandes (ADAR), sowie im Inspektionsvorstand des rumänischen Agrarministeriums. Ihre Weine haben zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen gewonnen. 

Für das Wein Tourist Magazin sprach Aloisia Dauer, unsere Expertin für Rumänische Weine, mit Lorena Deaconu.

Lorena Deaconu von Halewood Wineries (li) mit Aloisia Dauer
Lorena Deaconu von Halewood Wineries (li) mit Aloisia Dauer

Aloisia Dauer: Frau Deaconu, wann war es für Sie klar, dass Sie Winzerin werden möchten?

 Lorena Deaconu: „Meine Reise in die Welt der Weine begann schon während meiner Studienzeit, mit meinem ersten Besuch am Forschungszentrum Viti-Vinicola in Stefanesti im Landkreis Arges. Dort hatte ich das große Glück einige der besten Weinforscher kennenzulernen, die mir die Leidenschaft für Weine eingeflößt haben und die mich bei meinen ersten Schritten in dieser Welt geführt haben.“

 Wie sind Sie in die Weinbranche eingestiegen?

 „Ich habe fünf Jahre an der Universität für Weinbau und Önologie in Bukarest studiert und nach meinem Diplomabschluss bin ich nach Stefanesti (Anm.: Forschungszentrum für Weinbau) zurückgekehrt. Dort hatte ich die großartige Möglichkeit mit, für die damalige Zeit, sehr fortschrittlichen Technologien zu arbeiten. Außerdem habe ich viele Experten in dieser Fachrichtung kennengelernt, die meine Liebe und Leidenschaft zum Wein gefördert haben. Bei diesem Anlass möchte ich mich herzlichst bei dem Direktor Herr Giosanu bedanken, genauso wie bei den Forschern Herr Titus Popescu und Frau Ileana Iorgu.“

 Was lieben Sie am meisten an Ihrer Arbeit und warum?

 „Der wichtigste und ergreifendste Moment, aber auch einer der schwierigsten, ist die Traubenernte, die Verarbeitung und die ‚Geburt‘ des Weins. Ich benutze jedes Mal den Begriff ‚Geburt‘, weil die Weine wie die Kinder des Winzers sind. Wenn die ‚Kinder‘ gesund geboren werden, haben sie eine großartige Zukunft und eine besondere Entwicklung vor sich. Aber dafür muss der Winzer ständig achtsam sein auf den Gärungsprozess des Traubenmostes, den zukünftigen Wein und stets seine Entwicklung verfolgen. Genauso wie Eltern auf ihre Kinder Acht geben.
Die Belohnung kommt mit dem Wissen, dass man etwas schafft, was die Leute genießen. Ich schaue immer noch ganz neugierig in die Gesichter der Menschen, die zum ersten Mal unsere Weine probieren.“

Wer hatte den größten Einfluss auf Ihre Karriere?

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 „Ich betrachte mich als eine glückliche Person, weil ich während meiner gesamten Laufbahn hindurch viele Persönlichkeiten treffen durfte, die mir geholfen haben, die mich unterstützt und mich auf meinem Weg geführt haben. Wie ich schon anfangs erwähnte, hat alles in Stefanesti begonnen. Später dann bei Vinexport Bukarest, habe ich die ersten Schritte getan hin zum besseren Verständnis von Geschmack und Anspruch der ausländischen Konsumenten. Noch später in Murfatlar, bekam ich die Möglichkeit für sechs Jahre mit dem renommierten australischen Winzer Stephen Bennett zusammen zu arbeiten, vor allem an Rotweinen und Weinspirituosen. 2007 habe ich bei Halewood begonnen, wo ich die Möglichkeit hatte mich als Winzerin zu entwickeln.“

Welches war das erstaunlichste Erlebnis auf Ihren Weinreisen?

 “California, Matanzas Creek Winery, Sonoma Valley.”

Als Sie angefangen haben zu arbeiten, was hat Sie am meisten begeistert?

 „Die Möglichkeit des Spiels mit den Traubensorten, die Kunst des ‚Formens‘ bei Rotweinen und die unendlichen Möglichkeiten, die rote Trauben einem geben. Das Vermögen eines Winzers seinen Fingerabdruck auf jedem Wein zu hinterlassen und das freudige Gefühl und die Aufregung, wenn die ‚Kinder‘ Preise und Medaillen einbringen.“

Was war der dramatischste Wechsel im Weinbau, seit Sie begonnen haben?

 „Ein großer Wechsel, und damit meine ich Evolution, ist nach 1990 geschehen, als neue Weinberge mit neuen Arten und Klonen angebaut wurden. Dadurch konnten sich neue Weingüter mit fortschrittlicheren Technologien etablieren. Den Winzern muss man dafür Anerkennung zollen, dass sie sich durch ihre Ausbildung und Erfahrung in diesem Bereich unglaublich schnell angepasst haben. Dies hat der Entwicklung der Industrie sehr geholfen.“

Was glauben Sie würde jemand bei den Weinen aus Rumänien am meisten erstaunen?

 „Unsere Weine überzeugen mit Persönlichkeit und Eleganz, gegeben von der jeweiligen Region, woher sie stammen.
Dadurch sind die Weine aus Transsilvanien sehr fruchtig, vor allem die Weißweine, mit einer gut ausgeglichenen natürlichen Säure und mit ihrer Geschmeidigkeit sind sie eine sanfte Sensation am Gaumen.
Dealu Mare ist eine bemerkenswerte Region und berühmt für die Rotweine, aber auch für einige Weißweine. Die hier produzierten Weine sind robust, aber ausgeglichen und mit vollem Körper mit langen und wohldefinierten Aromen.
In der Murfatlar Region haben wir 55 Hektar biologische Anbaufläche, was uns die Möglichkeit gibt rote, elegante Weine zu erzeugen, mit mittlerem Körper und feinen Tanninen. Sogar die jungen Weißweine offerieren außergewöhnliche Aromen. Von den Weißweinen möchte ich besonders die hervorheben, die für eine lange Reifung geeignet sind, wie Chardonnay oder Pinot Gris.“

Mit welchen Herausforderungen wird diese Region konfrontiert?

 „Ich glaube die größte Herausforderung für alle Weinregionen ist das ständig wechselnde Klima und das Suchen nach der besten Lösung, um die Weinqualität zu behalten. Die Natur bestimmt viel.“

Können Sie eine Vorhersage über die Zukunft des Weinbaus in Rumänien machen?

 „Die Region entwickelt sich ständig. Das bedeutet mehr Weinproduzenten, mehr Konkurrenz, was zur Erhaltung und Verbesserung der Weinqualität und dem Vertrauen des Konsumenten führen wird.“

Was glauben Sie, was jemanden überraschen wird, der Ihre Weinregion besucht?

 „Die Besonderheit der Region wird durch ihre Authentizität repräsentiert, die Hügel und die besondere Anordnung der Weinberge, die ein wunderschönes Landschaftsbild bieten. Außerdem die neuen Investoren, große und kleine, die neue Weinkeller und Technologien bringen, die Weintouren und besondere Verkostungen anbieten. Das ergibt einen angenehmen ersten Eindruck.“

Was können Sie uns noch erzählen, das Leute ermutigen würde Rumänien zu besuchen?

 „Die Schönheit der Orte und ihre Einwohner sind faszinierend. Es ist beeindruckend, dass fast jede Familie in dieser Gegend einen eigenen kleinen Weinberg hat und sich mit viel Hingabe darum kümmern.“

Welchen Ratschlag geben Sie jemanden, der sich Gedanken macht in die Weinindustrie einzusteigen?

 „Wichtig ist die Leidenschaft, Geld und Geduld. Für mindestens fünf bis sieben Jahre.“

Welcher war der erste Wein, den Sie bewusst verkostet haben?

 „Der erste Wein, den ich probiert habe, war ein süßer, alter Weißwein, über 20 Jahre, von dem Weinkeller des Weinforschungszentrums in Stefanesti. Wie jeder Anfänger, war ich von der Farbe und dem Alter beeindruckt, von den vielfachen Geschmacksrichtungen, aber wahrscheinlich am meisten von seinem Alter! Der bleibt für immer in wunderschöner Weise in meinem Gedächtnis gespeichert.“

Vielen Dank für das Interview, Frau Deaconu!


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Winzer in zwei Welten | Baden – Wairarapa

Keine Frage, deutsche Winzer sind in aller Regel heimatverbundene Leute. Sicher, man holt sich Inspiration aus der ganzen Welt, die Weinberge liegen aber meist maximal eine Trecker-Stunde vom eigenen Weingut entfernt. Nur wenige trauen sich mit ihren Reben über die Grenzen des Anbaugebiets, oder gar über die Landesgrenze, hinaus. Einzigartig ist hier wohl die Winzerfamilie Johner aus dem beschaulichen Bischoffingen am Kaiserstuhl in Baden.

Um mit dem Trecker all ihre Weinberge abzufahren würde man Jule Vernes “In 80 Tagen um die Welt” alle Ehre machen. Der direkte Weg zwischen den entferntesten Lagen ist ca. 12.700 km, der führt allerdings mitten durch die Erdkugel. Die Johners betreiben neben dem Weingut am Kaiserstuhl ein zweites in Wairarapa. Für all diejenigen, denen Wairarapa nicht auf Anhieb etwas sagt, wir sprechen über Neuseeland, den südlichen Zipfel der Nordinsel. Vielen Weinliebhabern wird die Region auch als Martinborough bekannt sein. Patrick Johner, der Junior-Chef der beiden Weingüter “Karl H. Johner” in Bischoffingen und “Johner Estate” in Masterton, Neuseeland, erzählt uns wie es zu dieser Konstellation kam und was es bedeutet in zwei Welten – der “alten” und der “neuen Welt” – Wein zu machen.

Der Kaiserstuhl ist der wohl bekannteste Bereich im Weinanbaugebiet Baden. Das kleine Vulkangebirge erhebt sich am Hochschwarzwald aus der Oberrheinischen Tiefebene. Hier herrscht das wärmste Klima Deutschlands. Auf 4163 Hektar Rebfläche wächst rund ein viertel des Badischen Weines. Vor allem Burgundersorten fühlen sich hier ausgesprochen wohl.

— Badischer Weinbauverband
Der Kaiserstuhl in Baden.  Bildquelle: Weingut Karl H. Johner
Der Kaiserstuhl in Baden.  Bildquelle: Weingut Karl H. Johner

Baden, das neue Burgund

Der Kaiserstuhl, im Weinanbaugebiet Baden gelegen, ist ein kleines Gebirge vulkanischen Ursprungs. Das Gebiet verfügt über die meisten Sonnenscheinstunden sowie das wärmste Klima aller deutschen Weinbauregionen. Sein bevorzugtes Klima verdankt der Kaiserstuhl der speziellen Lage zwischen den Vogesen und dem Oberrheintal. Die malerische Landschaft ist geprägt von den Terrassenstufen um den ehemaligen Vulkankegel, auf denen die Reben stehen. Hier stehen wunderbare, alte Rebstöcke auf Vulkanverwitterungsböden, die den Weinen viel Kraft und Ausdruck verleihen. Rund ein Viertel des Gebietes ist mit fruchtbarem Lössboden bedeckt.

Herrlicher Blick vom Kaiserstuhl.  Bildquelle: Weingut Karl H. Johner
Herrlicher Blick vom Kaiserstuhl.  Bildquelle: Weingut Karl H. Johner

Am Kaiserstuhl wurden noch vor rund 30 Jahren überwiegend restsüße Weine und einfache Rotweine produziert. Außerhalb Deutschlands waren die Weine unbedeutend und kaum bekannt. Da die Region aber etwa auf dem gleichen Breitengrad mit dem Burgund liegt, stellte sich die Frage, weshalb es hier nicht möglich sein sollte, Weine nach burgundischem Vorbild zu erzeugen. Diese Frage stellte sich auch Karl Heinz Johner, als er 1985 ein kleines Weingut in Bischoffingen am Kaiserstuhl gründete. Er baute seine Weine in einer, für die damalige Zeit, innovativen Weise aus. Rotweine mit Maischegärung und Ausbau im Barriquefass, sowie ein Weißer Burgunder der ebenfalls im Barrique gereift war, konnten damals aber – wegen des Holztons – die Qualitätsweinprüfung noch nicht bestehen. Sie wurden also “nur” als Deutsche Tafelweine eingestuft.

Die neue Stilistik der Weine vom Kaiserstuhl machte aber immer mehr Sommeliers und Weinhändler aus ganz Deutschland auf die Burgundischen Weine „Made in Germany“ aufmerksam. Die Preise für Weine aus dem Burgund waren enorm angestiegen und die neuen Burgunder aus Deutschland eine willkommene Alternative. Inzwischen hatten auch andere Weingüter damit begonnen Weine im Barrique auszubauen.

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Wein direkt vom Winzer

Baden und die weite Welt

Mit den Sommeliers und Weinhändlern kamen auch die Journalisten und Fotografen. Dabei ging es nicht mehr nur um die Weine vom Kaiserstuhl sondern auch um den Spätburgunder, also dem Pinot Noir generell. Pinot Noir ist eine Rebsorte, die sich besonders in den kühleren Weinbauzonen wohl fühlt. Zu hohe Temperaturen im Herbst lassen die Frucht verkochen. Es gibt nur wenige Gebiete, wo diese Rebsorte so elegant und eindrucksvoll zur Geltung kommt. Schnell kam man mit den Besuchern ins Gespräch, wo sonst auf der Welt diese Sorte noch ebenso wunderbar gedeiht. Viele erzählten von der Neuen Welt, von Oregon, Australien und von Neuseeland.

Inspiriert von diesen Schilderungen machten sich Johner Senior und sein Sohn Patrick im Jahr 1998 auf eine Pinot Noir Weltreise. Sie hatten die Idee, gemeinsam mit einem Studienkollegen, der sie auf der Reise begleitete, ein Weingut in Oregon, im Nordwesten der Vereinigten Staaten, aufzubauen. Wieder zu Hause angekommen fassten sie aber einen neuen Plan, denn in Oregon waren die Landpreise zu teuer. Hinzu kamen das Risiko von schlechtem Wetter und die Botrytis-Gefahr, die ähnlich hoch war wie in Deutschland. Außerdem würden die Ernten in beiden Regionen zeitgleich ablaufen, was nur schwer zu bewältigen wäre.

Anders in Neuseeland. Da auf der Südhalbkugel gelegen, findet hier die Vegetationsperiode zeitlich versetzt zur Nordhalbkugel statt, geerntet wird also in März und April. So fiel die Entscheidung auf Neuseeland. Das erste Projekt mit dem Kollegen war leider nicht von Erfolg gekrönt, deshalb entschied man sich 2001 einen eigenen, zweiten Betrieb in Neuseeland zu gründen. Kurzerhand wurde aus einer an einem Fluss gelegenen Schaf- und Rinderweide ein neues Weingut.

Neuseelands atemberaubende Landschaften. Bildquelle: Johner Estate
Neuseelands atemberaubende Landschaften. Bildquelle: Johner Estate

Das interessanteste Pinot Noir Territorium auf der Nordinsel Neuseelands – und das erste, das sich mit dieser Traube einen Ruf erworben hat – ist Martinborough, auch Wairarapa oder Wellington genannt. Hier liegen die Temperaturen viel niedriger als in den anderen Anbauregionen auf der Nordinsel. Nirgendwo in Neuseeland sind die Tag-Nacht Temperaturunterschiede größer als hier. Neben Pinot Noir und der zweitmeist angebauten Sorte Sauvignon Blanc rückt zunehmend Pinot Gris (Grauburgunder) in den Vordergrund.

— Hugh Johnson, Jancis Robinson: Der Weinatlas

Es gab noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Die Rebfelder mussten komplett neu angelegt werden und es wurde eine Wasserversorgung installiert um Trockenperioden besser zu überstehen. Andere Widrigkeiten sind beispielsweise die extrem gefräßigen Vögel, die mit Netzen von den Trauben ferngehalten werden müssen, ebenso die stürmischen Winde, die den Reben und ihren Trieben zusetzen, aber auch stabilere Pfähle in den Rebzeilen erfordern. Und schließlich mussten noch Windmaschinen als Schutz gegen die häufig auftretenden Spätfröste angeschafft werden. Alles in allem ist der Aufbau eines Weinberges in Neuseeland mindestens doppelt so teuer wie in Deutschland.

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Zum Plan gehörte auch, bedingungslos auf ökologischen Weinbau zu setzen. Das Klima in Neuseeland schien hierfür ideal, jedoch setzte in 2005 ein großer Regen dem Plan ein jähes Ende. Als es zur Ernte ging waren die vollreifen, perfekt ausgedünnten Pinot Noir Trauben mit Botrytis übersät und unbrauchbar. Um dieses wirtschaftliche Risiko zu vermeiden ist es nötig in kritischen Jahren ein Botrytismittel einzusetzen. Auf Herbizide wird in beiden Betrieben schon lange verzichtet und solange das Wetter einen risikofreien Ökoweinbau erlaubt, werden auch nur solche Spritzmittel verwendet.

Die Weine: gleiche Handschrift bei verschiedenen Voraussetzungen

Neben dem Pinot Noir wird in Neuseeland überwiegend Sauvignon Blanc angebaut. Diese Rebsorte profitiert von den kalten Nächten während der Reifungszeit. Dadurch verzögert sich die Reife und es können sich die vielfältigen Aromen ansammeln. Das Wairarapa Gebiet ist etwas wärmer als das auf der Südinsel gelegene Marlborough. Die Sauvignon Blancs von Johner sind daher von reiferen Aromen geprägt, die in manchen Jahren in die tropische Fruchtaromatik gehen. In Neuseeland schaffen es aber auch die Cabernet Sauvignon und Merlot Trauben fast jedes Jahr voll auszureifen. Am Kaiserstuhl ist das Wetter im Herbst in vielen Jahrgängen hierfür nicht stabil genug. Niederschläge und Nebel verhindern hier oft die nötige Ausreifung.

Steiniges Rebfeld in Wairarapa. Bildquelle Johner Estate
Steiniges Rebfeld in Wairarapa. Bildquelle Johner Estate

Neben dem Klima werden die Weine natürlich stark vom Boden geprägt. Am Kaiserstuhl kann man das wunderbar erschmecken. Insbesondere beim Vergleich der Weine vom Lössboden mit denen aus den vulkanisch geprägten Gebieten. Die Rebstöcke auf Lössboden haben eine bessere Wasserversorgung und erleiden weniger Stress. Die daraus resultierenden Weine sind stärker fruchtbetont und geradlinig im Geschmack. Weine von Vulkanverwitterungsböden, sind in der Frucht eher verhalten, aber würziger am Gaumen und vielschichtiger.

In Wairarapa besteht der Boden überwiegend aus Flussschwemmland mit großem Kiesel. Mit seinem hohen Eisenanteil prägt dieser die Weine mit einer speziellen Würzigkeit. Zuletzt wurde etwas weiter in den Bergen, gemeinsam mit dem Mitarbeiter Raphael Burki, ein weiterer Weinberg auf Kalkboden angelegt. Detailverliebtheit und die Möglichkeit solche geschmacklich prägende Unterschiede herauszuarbeiten treibt die Winzerfamilie Johner an.

Trotz großer Herausforderungen bieten die zwei zeitversetzten Weingüter die große Chance noch schneller Erfahrungen zu sammeln und qualitätssteigernd umzusetzen. So wurde beispielsweise für den Kaiserstühler Betrieb mit einer optischen Sortiermaschine der nächste Innovationsschritt eingeläutet. Hiermit wird die Ausbeute an perfekten und reifen Einzelbeeren erhöht, was sich entscheidend auf die Qualität der Weine auswirkt. Das Weingut in Neuseeland hat mittlerweile eine Größe von 20 Hektar erreicht. In Bischoffingen am Kaiserstuhl stehen dem 17 Hektar entgegen. Mit einem Besuch in Bischoffingen hat man die einzigartige Möglichkeit zwei Wein-Welten zu verkosten und miteinander zu vergleichen. Die Weine tragen jeweils die gleiche Handschrift, zur Geltung kommen vor allem die klimatischen Unterschiede. Bei den Johners ist man in jeder Hinsicht seiner Zeit voraus, denn während in Deutschland im Herbst noch die Lese läuft können sie schon den ersten Wein aus diesem Jahrgang anbieten. Von der anderen Seite der Weltkugel.

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Oregon: Unterwegs im Columbia Gorge

Nach Portland im US-Bundesstaat Oregon zieht es viele des Nachtlebens wegen, die entweder ihre Chance im Glücksspiel wittern oder gerne in einem kreativen Avantgarde-Wunderland ausgehen. Diejenigen, die wegen des Weins kommen wenden sich typischerweise in Richtung Südwesten in das Willamette Valley, das Zentrum von herausragenden, filigranen Pinot Noirs und kantigen, mineralischen Chardonnays. Seit geraumer Zeit zieht es aber auch immer mehr Wein-Touristen in die 50 Meilen weiter östlich gelegene, relativ neue AVA Columbia Gorge.

Malerische Landschaft im Columbia Gorge, dem Tal des Columbia River.
Malerische Landschaft im Columbia Gorge, dem Tal des Columbia River.

American Viticultural Area (AVA) ist die geografische Herkunftsbezeichnung im US-amerikanischen Weinbau. Columbia Gorge gehört zu den Pacific Northwest AVAs und liegt in den Bundesstaaten Oregon und Washington entlang des Columbia River.

Ich fahre durch eine enge Lücke, zwischen dem Farmhaus und einer freistehende Garage auf dem Kiesweg zu AniChe Cellars. Als ich aus meinem Auto steige, Kamera geschultert, kommt auch schon Rachael aus dem Keller, um mich zu begrüßen. Vorbei am Hühner- und Putenstall, durch die Pinien und die steile Kies-Böschung herunter, kommt sie mir mit ausgestreckter Hand entgegen, um mich herzlich willkommen zu heißen. Rachael strahlt pure Authentizität aus, genauso wie das Weingut und das Anwesen, das sie gegründet hat und nun als Winemaker leitet. Hier ist nichts gekünstelt. Kurze Zeit später gesellt sich auch Anaïs, Rachaels Tochter zu uns. Anaïs ist Winzerin und Geschäftsführerin des Weinguts. Als wir später gemeinsam um die Verkostungstheke stehen, die während der Ernte in einem staubigen, rotbraunen Zelt ausgelagert ist, erzählt mir das Mutter-Tochter Duo freudig ihre Geschichte und ihre Motivation, die sie antreibt. Rachael hat lange in feinen Restaurants gearbeitet, einschließlich des hiesigen Columbia Gorge Hotels. Eines Abends beeindruckte Rachael einen Gast mit einer vorzüglichen Weinempfehlung, einem Marsanne, zu seinem Kaninchen. Sicher war er auch von ihrer Ausstrahlung und Leidenschaft begeistert. Der Gast meinte jedenfalls „Sie sollte doch Wein machen!”. Und so kam es dann auch.

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AniChe Cellars, das Mutter-Tochter Weingut.
AniChe Cellars, das Mutter-Tochter Weingut.

AniChe Cellars versucht Weine zu schaffen, die mit den Speisen harmonieren. „Wein gehört in die Welt der Kulinarik. Ich möchte Weine die am Gaumen tanzen.“ sagt Rachael überzeugt. Da Walla Walla und Red Mountain nur wenige Stunden entfernt sind, braucht die Region nicht noch mehr breitschultrige Ungetüme. (Die beiden AVA sind für ihre kraftvollen, fruchtigen und tanninstarken Rotweine bekannt). Rachael und Ani streben nach Frische, Leichtigkeit und moderatem Alkohol. Sie erreichen ihren Stil indem sie bei der Lese vorrangig auf die Säurestruktur achten. Der Zuckergehalt spielt für sie bei der Bestimmung des Lesezeitpunkts eine untergeordnete Rolle. Sie folgen auch einer Tradition aus der Alten Welt, der des Verschneidens verschiedener Rebsorten. „Blends (Cuvées) sind das Geheimnis von Balance und Harmonie.“ Ihre Rotweine zeigen diese Leidenschaft. Im echten Stil der Neuen Welt, kreieren sie mutig Cuvées im Bordeaux-, Rhône- und Piemont-Stil, die sich aber keineswegs hinter diesen verstecken müssen. Man spürt einen sanften, runden Auftakt gepaart mit harmonischen Tanninen, die im Hintergrund Kraft geben. Die sorgfältig kontrollierte Gärung – langsam und bei niedriger Temperatur – in Verbindung mit der „free-run juice only“ Methode (aka: Spontangärung), prägen diesen Stil. Das Ergebnis? Faszinierend! Das ist auch der Grund, weshalb sie die meisten ihrer 4200 Kisten jedes Jahr direkt an den Endkunden vertreiben. Sie hoffen, das bald zu 100% zu machen. „Und wir werden nie über 5000 Kisten gehen. Wir kennen unsere Grenzen. Wir wollen ein handwerkliches Weingut bleiben, das auf Qualität baut.“ Ich kann nur empfehlen diese Handwerkskunst einmal selbst zu probieren.

Während ich den Underwood Mountain hinunter kurve, auf dem Weg zu den 13 Meilen östlich gelegenen Syncline Cellars, bin ich von der üppigen Natur und der ökologischen Vielfalt überwältigt. Mount Hood über dem Hood River rückt ins Blickfeld. Die Columbia Gorge AVA erstreckt sich entlang des Columbia River und liegt somit in den beiden Staaten Oregon und Washington. Von West nach Ost gibt es drastische Temperaturunterschiede, da das Klima zwischen dem, des Berg-Regenwaldes im Westen und dem, der wüstenartigen Beifuß-Steppe im Osten variiert. Während der Vegetationsperiode kann es zu Temperaturunterschieden von 10 Grad  innerhalb eines vierzig-Meilen Abschnitts kommen. Die jährliche Niederschlagsmenge fällt etwa um einen Zoll (2,54 cm) je Meile, die man weiter Richtung Osten fährt. Die Höhe hat hier auch einen entscheidenden Einfluss. Einige Weinberge in den White Salmon und Hood River Tälern liegen bis auf 1800 Fuß (etwa 550 Meter). Dieses Weinbau-Mosaik mit seiner Sortenvielfalt ist reif für eine Erkundung. Man findet hier Pinot Noir und Gewürztraminer sowie Zinfandel und Merlot. Während dieses Angebot die Neugier der Kunden weckt, sorgt die Qualität letztlich dafür, sie zu überzeugen.

Überraschende Vielfalt. Grüner Veltliner im Nordwesten der Vereinigten Staaten.
Überraschende Vielfalt. Grüner Veltliner im Nordwesten der Vereinigten Staaten.

Meine nächste Station, Syncline Cellars, hat die Aufmerksamkeit der Gourmets von Ost- und Westküste gleichermaßen erregt, nämlich die der New York Times und der Big Publication Kritiker. Trotz dieser hohen Anerkennung findet man einen bescheidenen, einladenden Betrieb und angemessene Weinpreise (wie übrigens fast überall im Columbia Tal). James Mantone, Gründer und Winzer, konzentriert sich auf Rhône Rebsorten, obwohl er sein Augenmerk auch auf andere Sorten, wie Grüner Veltliner und Pinot Noir, richtet. Syncline betört mich mit einem ausgeprägt fruchtigen Geschmack und mit einer perfekten Balance in all ihren Weinen. James verwendet für den Ausbau ausschließlich Betongebinde und neutrale Eiche, so dass die Fruchtnoten für sich stehen. Einer meiner Favoriten ist das Flaggschiff Subduction Red, ein Cuvée aus Syrah, Mourvèdre, Carignan, Counoise, Grenache und Cinsault. Florale Aromen vermischen sich mit saftigen, roten Früchten einschließlich Kirsche und Wassermelone – ein geschmeidiger Wein, der die Kunden begeistern wird. Es lohnt sich auch die sortenreinen Abfüllungen der Rhône Rebsorten Counoise, Mourvèdre und Cinsault zu versuchen, denn es ist ein relativ seltenes Vergnügen, diese einzeln zu verkosten und ihren jeweiligen Beitrag zu den bekannten Cuvées von der Rhône zu erforschen. Ein Spitzenwein von Syncline heißt Elena und ist ein grandioser GSM Blend des Weinguts (GSM: Grenache, Syrah, Mourvèdre). Es ist aber nicht ganz einfach an ein Exemplar des Weins zu kommen, da er in der Regel für Stammkunden reserviert ist.

Wenn man Columbia Gorge in nur einem Tag erkunden möchte, dann empfehle ich den Ausflug bei Analemma Wines abzurunden. Das Weingut liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Columbia River in Nähe von Mosier, Oregon. Die beeindruckenden internationalen Lebensläufe von Steven Thompson und Kris Fade haben sie schließlich ins Columbia Gorge geführt, wo sie sich auf brillante Gewürztraminer und Pinot Noir konzentrieren. Ein neuer Weinberg unter ihrem Management wird weitere Sorten bringen, aber sie könnten von mir aus gerne bei Gewürztraminer und Pinot Noir bleiben. Bei einer Verkostung ihrer beiden Gewürztraminer kann man den jeweiligen Einfluss der zwei verschiedenen Weinlagen erleben. Beide bieten eine frische, lebendige Säure und herrliche Aromen. die an Kernfrüchte, Zitrone und Blütennoten erinnern. Analemma ist relativ neu in der Szene, aber dank dem einzigartigen Terroir ihrer Weinberge, gepaart mit ihrem Erfahrungsschatz, haben sie beste Voraussetzungen, um von sich Reden zu machen.

Wetter, Klima, Terroir. Garant für finessenreiche Weine.
Wetter, Klima, Terroir. Garant für finessenreiche Weine.

Am besten startet man in den Tag in Columbia Gorge, mit einem Frühstück im Egg River Café in Hood River und beschließt ihn mit einem Abendessen im historischen Columbia Gorge Hotel, wo man auch hervorragend nächtigt. Dort lädt zudem ein wunderschönes Spa zur Erholung ein. Die Schlucht lockt Outdoor Enthusiasten aus der ganzen Welt, vor allem Mountainbiker, Wind- und Kite-Surfer sowie Wanderer. Es gibt zahlreiche Sportgeschäfte und Guides. Eine Halbtagestour zur Timberline Lodge auf dem Mount Hood, die aufwendig vom CCC erbaut wurde (Civilian Conservation Corps: ehem. Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für junge Jugendliche), lohnt sich sowohl wegen ihrer einzigartigen Gebirgsarchitektur, als auch wegen des dortigen Chefkochs, Jason Stoller Smith, der die Gaumen der Gäste verwöhnt. 

Columbia Gorge verdient Ihre Aufmerksamkeit. Eine weniger bekannte Perle am Saum der Rose City (Portland), die viel zu oft von den funkelnden Diamanten im Willamette Valley überstrahlt wird. Dank der jüngsten Presse von bedeutenden nationalen Publikationen, wird die Schlucht in den kommenden Jahren noch mehr Wein-Touristen anziehen. Noch können Sie auf der ersten Welle mitreiten – es wird sicher eine unvergessliche Reise.


Übersetzte Fassung des Artikels „The Gorge“ von Matthew Wieland, erschienen im Wine Tourist Magazine, Ausgabe Januar 2016.

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Mendoza: Weinparadies in Argentiniens Wildem Westen

Wie schnell kann man sich an blauen Himmel gewöhnen? Nun, wenn Sie in Mendoza, im Westen Argentiniens leben, ist die Antwort: Früher, als Sie glauben. Wettermäßig hat Mendoza durchschnittlich 320 Sonnentage pro Jahr zu bieten, was die erste Hälfte von Mendozas Beinamen Tierra del Sol y del Buen Vino („Das Land der Sonne und der feinen Weine“) erklärt. Was den zweiten Teil betrifft, ist Mendoza, aufgrund seiner günstigen klimatischen Bedingungen, wegweisend für den argentinischen Wein, seit der spanische Priester Juan Cedrón im Jahr 1556 die ersten Reben nach Argentinien brachte.

Die Anfänge des Weinanbaus in der Region Mendoza fallen mit der Gründung der namensgebenden Stadt zusammen. Mendoza wurde im Jahre 1561 vom spanischen Kapitän Pedro del Castillo gegründet, ein Jahr später wurden dort die ersten Reben gepflanzt und damit die Grundlage für das heute größte Weinanbaugebiet Südamerikas gelegt. Die Provinz Mendoza – mit einer Fläche etwas größer als England – produziert allein mehr Wein als das gesamte Nachbarland Chile. Rund drei Viertel der argentinischen Jahresproduktion an Wein kommen von hier.

Wein wird in der gesamten Provinz Mendoza angebaut, die wichtigsten Regionen sind Luján de Cuyo sowie Maipú, etwas außerhalb der Stadt, und das fruchtbare Tal Valle de Uco, etwa eineinhalb Autostunden Richtung Südwesten von Mendoza entfernt. Es empfiehlt sich diese Bereiche an zwei separaten Tagen zu besuchen. Maipú und Luján sind die Wiege des Weinbaus von Mendoza, mit einigen der ältesten Weingüter des Landes. Valle de Uco, auf der anderen Seite, blickt auf eine relativ junge Vergangenheit im Weinbau zurück und hat einige der modernsten Weingüter Argentiniens aufzuweisen, viele mit spektakulärer Architektur. Doch nicht nur die Weingüter, sondern auch die Weine sind unterschiedlich. Bei einem Malbec aus Luján oder Maipú trifft man recht häufig auf fruchtige, marmeladige Noten von roten Beeren, Kirschen und Pflaumen, während für die Malbecs aus den höher gelegenen Gebieten des Valle de Uco mineralische Noten typisch sind. Dort stehen die Rebstöcke überwiegend auf felsigen Böden.

Die Anden sind der längste Gebirgszug der Welt und prägen entscheidend das Klima in den argentinischen Weinanbaugebieten. Hier wachsen Weinstöcke in Höhen, die für Europa unvorstellbar wären. Die Durchschnittshöhe argentinischer Anbauflächen beträgt 900 Meter. Die Nachtthemperaturen sind so niedrig, dass wohlschmeckende, dunkle Rote und in den kühleren Bereichen vor allem im Norden aromatische Weiße entstehen.

— Hugh Johnson, Jancis Robinson: Der Weinatlas

Obwohl Malbec die weitaus größte Bedeutung hat und die am häufigsten gepflanzte Rebsorte in Argentinien generell und in Mendoza im Besonderen ist, findet man hier auch hervorragenden Cabernet Sauvignon oder Chardonnay. Die Provinz San Juan assoziiert man mit Shiraz. Argentiniens autochthone, weiße Rebsorte, Torrontés, verbindet man mit der Region Salta, im Nordwesten des Landes. Diese und viele andere Sorten kann man in Mendozas zahlreichen Probierstuben und  Restaurants genießen.

 

Apropos genießen: Bei der argentinischen Küche denkt man unweigerlich an Steaks, und das durchaus zurecht. Es gibt unzählige Grills in Mendozas Innenstadt, vom erstklassigen La Barra bis zum günstigeren La Florencia oder kleine schnuckelige und sehr gediegene Restaurants, wie Azafrán, Maria Antonietta oder Ocho Cepas, die neben Rib-Eye oder Skirt-Steak auch andere ausgezeichnete argentinische Gerichte bieten. Alle der oben genannten Restaurants sind in einem Radius von fünf Gehminuten zu finden. Ebenso wie Francesco und La Marchigiana, zwei der besten italienischen Restaurants in Mendoza. Zwei kulinarische Tempel, die zwar nicht im Zentrum der Stadt liegen, aber trotzdem einen Besuch wert sind, sind das 1884, im Besitz von Argentiniens bekanntesten Koch Francis Mallmann und das bodenständigere Don Mario, das sehr beliebt unter den einheimischen Fleischliebhabern ist.

Am Morgen nach einem üppigen Abendessen in einem dieser Restaurants können Sie sicher einen kleinen Spaziergang durch Mendoza gebrauchen. Die Stadt kann leicht innerhalb eines halben Tages erkundet werden. Am besten beginnen Sie Ihren Streifzug im Zentrum von Mendoza am Plaza Independencia, der von vier anderen Plätzen umgeben ist, Plazas Italia, España, Chile und San Martin. Sie können die Stadt aber auch an Bord eines der bunten DoppeldeckerBusse entdecken, die von Mendozas Tourismus Ministerium betrieben werden. Damit kommt man an interessante Stellen, die für einen Fußmarsch zu weit von der Innenstadt entfernt liegen. Zum Beispiel das imposante Monument zum Gedenken an General José de San Martin, der mit einer Armee von 6.000 Soldaten die Anden überquerte und damit den ersten wichtigen Schritt bei der Befreiung Südamerikas von der spanischen Krone markierte. Das Denkmal wurde auf einem Hügel in Mendozas größtem Park errichtet, der nach General San Martin benannt und flächenmäßig größer als der Central Park in New York City oder der Englische Garten in München ist.

Obwohl Mendoza eine der ältesten Städte in Argentinien ist, sieht man ihr das nicht an. Nahezu sämtliche Bauten, die von der Kolonialzeit der Stadt zeugen könnten, wurden durch ein verheerendes Erdbeben im Jahr 1861 zerstört. Die Innenstadt ziert eine Besonderheit, die einzigartig in Argentinien ist, vielleicht sogar in der ganzen Welt: die so genannten Acequias. Diese engen Bewässerungs-Kanäle versorgen die Tausenden von Bäumen, die jede Straße von Mendoza säumen, mit Wasser. Diese Bäume machen Mendoza zu einer unglaublich grünen Stadt und bieten reichlich Schatten in den glühend heißen Sommern. Zudem schützen ihre Wurzeln den Boden, der früher regelmäßig durch die seltenen aber heftigen Regenfälle in die niedriger gelegenen Stadtteile geschwemmt wurde. Auf dem Land sind die Acequias von größter Bedeutung für den Weinbau und die Landwirtschaft im Allgemeinen. Viele der mehr als 16.000 Weingüter der Region sind abhängig vom Wasser der Kanäle.

Wenn man durch die Landschaft fährt, dann sind die Acequias nicht das einzige typische Merkmal für Mendozas Weinregion. Scheinbar endlose Reihen von Platanen säumen die Straßen zu beiden Seiten und bilden mit ihren ineinander greifenden Blättern natürliche Tunnel. Diese spielten im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine große Rolle, als die Trauben während der Lese noch in offenen, von Pferden, Maultieren oder Ochsen gezogenen Wagen, aus den Weinbergen zur Kelterei gebracht wurden. Die Weinlese in Argentinien beginnt Ende Januar und endet im April oder Anfang Mai. Die Tageshöchsttemperaturen sind vor allem während der ersten Hälfte der Lese sehr hoch und die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel. Der Schatten der Bäume auf dem Weg in die Kelterei war wichtig, um eine vorzeitige Oxidation und Gärung des Leseguts zu vermeiden.

Neben der Schaffung dieser „grünen Tunnel“ erwies sich die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts als ein Wendepunkt für die argentinische Weinindustrie in anderer, wichtigerer Hinsicht. 1853 steht für die Ankunft der argentinischen Leit-Rebsorte Malbec. Der französische Agrarwissenschaftler Michel Pouget wurde von der Landesregierung angestellt, um die typischen Sorten aus dem Bordelais einzuführen: Cabernet Sauvignon, Merlot und Malbec. Vor allem in Mendoza, fand diese Sorte perfekte klimatischen Bedingungen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Es gibt fast keinen Winzer hier, der nicht Malbec anbaut.

Andere Faktoren, die den Weinbau in der Region zu Ende des 19. Jahrhunderts ankurbelten waren der Bau der Bahnlinie zwischen Mendoza und Buenos Aires, und der Zuzug Tausender Familien, aus Spanien, Italien und Frankreich, wo die Reblaus wütete und viele Weinbaubetriebe ihrer Existenz beraubte. Viele der Weingüter, die Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurden sind für Besucher geöffnet. Einige von ihnen benutzen noch die ursprünglichen Gebäude manche verwenden sogar noch die originalen Gärbottiche aus Beton. Etwa hundert Jahre später, Mitte der 1980er Jahre, haben Visionären wie Nicolás Catena Zapata Barriquefässer in Argentinien eingeführt, um ihre Weine darin zu reifen, zudem begann man Reben in höheren Lagen zu pflanzen und produzierte Wein mit einem deutlich geringeren Ertrag als in den Ebenen von Mendozas Osten, aber von herausragender Qualität.

Viele Weingüter in Mendoza betreiben ein eigenes Restaurant, wo Köche, Winzer und Sommeliers Hand in Hand arbeiten, um Speisen Paarungen zu entwickeln, die am besten den Charakter der Weine zum Ausdruck bringen. Ruca Malén, Dominio del Plata oder Lagarde sind Weingüter in Stadtnähe, bei denen es sich lohnt den Besuch mit einem Essen zu kombinieren. Ein anderes, Alta Vista, bietet GourmetPicknicks mit ihren Weinen in einem wunderschönen kleinen Park vor dem Weingut. Im Valle de Uco sind empfehlenswerte Weingüter mit Restaurants beispielsweise O. Fournier, das in Sachen Architektur wahrscheinlich das spektakulärste Weingut Argentiniens ist, außerdem Domaine Bousquet und Andeluna. Ein Weingut, das sich etwas abseits der ausgetretenen Pfade bewegt ist Atamisque. Das Restaurant, Rincón Atamisque, ist nur einen Steinwurf vom Weingut entfernt und verfügt über eine eigene Forellenzucht, um frischen Fisch zu ihren Weißweinen und dem Pinot Noir anzubieten. Nach dem Essen können Sie noch eine Runde Golf spielen oder auf dem Gelände Reiten gehen.

Was die Outdoor-Aktivitäten betrifft, so gibt es die hier zuhauf: Rafting, Trekking, Wandern, Paragliding, Mountainbiking, Klettern… was will man mehr. Was der Stadt an historischen Gebäuden fehlt, macht ihre atemberaubende Umgebung wieder wett. Die Anden, die längste Bergkette der Welt, steigen westlich der Stadt wie eine Mauer auf und der Aconcagua, mit rund 7.000 Metern der höchste Berg der Welt außerhalb des Himalaya, liegt etwa drei Autostunden von Mendoza entfernt.

Die beste Reisezeit?

Mendoza ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Im argentinischen Winter, von Juni bis September, kann man die großen Touristenmassen umgehen, man wird aber auch auf einige der zahlreichen OutdoorAktivitäten verzichten müssen. Im Sommer von Dezember bis März, können Sie dem grauen Himmel und den niedrigen Temperaturen der nördlichen Hemisphäre entkommen, werden aber vielleicht von der gleißenden Hitze überwältigt. Im Januar 2014 gab es zum Beispiel 20 aufeinanderfolgende Tage mit mehr als 35° C. Frühling, von September bis Dezember und Herbst, von März bis Juni, bieten die angenehmsten Temperaturen, wobei Oktober und März wahrscheinlich die besten Monate für einen Besuch sind. Am zweiten Wochenende im März findet Mendozas kulturelles Highlight des Jahres statt, die Vendimia, Südamerikas größtes Weinlesefest. Für ein Wochenende feiern Jung und Alt Mendozas reiche Tradition des Weinbaus.

Wie kommt man hin?

Die internationale Verbindung zum Flughafen von Mendoza geht über Santiago de Chile. Der Flug von Santiago dauert etwa 40 Minuten und kann schon mal einer Achterbahnfahrt gleich kommen, da es über den Anden häufig zu Turbulenzen kommt. Die Busfahrt von Santiago ist zweifellos landschaftlich sehr reizvoll, die strengen Grenzkontrollen können es aber zu einer anstrengenden Tagestour werden lassen. Der Flug von Buenos Aires nach Mendoza dauert etwas mehr als eine Stunde und bietet mehr als die Hälfte ein grandioses Panorama auf Argentiniens karges Landesinnere. Auch hier wäre der Bus eine Alternative. Das Ticket kostet etwa die Hälfte des Flugtickets, die Fahrt dauert aber zwischen 13 und 15 Stunden.

Wo kommt man unter?                                                                                    

Drei von Mendozas beliebtesten Hotels, das Park Hyatt , das Diplomatic und das Sheraton befinden sich im Stadtzentrum, in unmittelbarer Umgebung zu vielen Restaurants und dem Einkaufsviertel. Weitere Hotels, die eine gute Ausstattung bieten und günstig gelegen sind, sind das Amérian Exekutive, das Huentala und das Villaggio. Was hochwertige Unterkünfte betrifft, so sind in den letzten Jahren die Lodge-Hotels in Mendozas Weinregion immer beliebter geworden, sie bieten oft ein Spa und sind inmitten der Weinberge gelegen. Die am nächsten der Stadt gelegenen, in den Bezirken Luján de Cuyo und Maipú, sind Entre Cielos, Club Tapiz und die Cavas Wine Lodge. Im Valle de Uco verfolgen die Casa Antucura, The Vines Resort & Spa und Posada Salentein ein ähnliches Konzept.

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Die Reiseplanung?

Nur wenige Menschen reisen ausschließlich nach Mendoza ohne andere Teile von Argentinien oder Südamerika zu besuchen. Vier Tage sind ausreichend, um mehr als einen flüchtigen Blick auf Mendoza und sein Weinland zu erhalten. Einen Tag um die Stadt zu entdecken, einen Tag um die Weingüter in Luján de Cuyo und Maipú zu besuchen, ein Tag für die im Valle de Uco und vielleicht noch einen zusätzlichen Tag für einem Ausflug in die Berge.

Bei einer Reise in die Weinanbauregionen Südamerikas darf der Besuch Mendozas keinesfalls fehlen. Sie ist zweifelsohne eine der Great Wine Capitals. Die Kombination aus charmanter Stadt mit einem ausgezeichneten Angebot an Weinen und Speisen und der atemberaubenden Landschaft ist schwer zu schlagen … von den durchschnittlich 320 Sonnentagen im Jahr ganz zu schweigen.


Übersetzte Fassung des Artikels „Mendoza-Malbec, Mountains… and much more“ von Michael Walz, erschienen im Wine Tourist Magazine, Ausgabe Oktober 2015.

Franken: Von Baumeistern der Alten und Pionieren der Neuen Welt

Sommerhausen – Wein, Kunst und Kultur

Sommerhausen – im südlichen Maindreieck unweit von Würzburg gelegen – ist beliebt für seinen, von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgebenen, historischen Ortskern. Einen besonderen Reiz üben die vielen Kunsthandwerker und Künstler aus, die sich in Sommerhausen niedergelassen haben. Ettliche Galerien und Antiquitätenläden säumen die kopfsteingepflasterten Straßen und Gässchen. Das mit seinen kaum 50 Sitzplätzen als kleinstes Theater Deutschlands gerühmte Torturmtheater leistet ebenfalls seinen Beitrag zu Sommerhausens Ruf als Künstlerort.

Historischer Altort von Sommerhausen
Historischer Altort von Sommerhausen

Nicht zu vergessen, der Wein. Schon alleine der Ortsname lässt auf eine begünstigte Lage schließen, schaut man über den Main zum Nachbarort Winterhausen wird das umso deutlicher. Nicht von ungefähr liegt Winterhausen am eher schattigen Ufer während Sommerhausen mit den sonnigen Lagen gesegnet ist. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Mehrzahl der Winzer auf dieser Seite des Mains angesiedelt hat.

Wir befinden uns im Silvanerland. Wie in keinem anderen Anbaugebiet steht in Franken der Silvaner als unbestrittene Leitsorte. Auf den Muschelkalkböden des Südlichen Maindreiecks gedeiht diese Sorte ganz vorzüglich und bringt ausgezeichnete Weine mit unverkennbarem Charakter.

Was wir landläufig als Silvaner bezeichnen ist die Sorte Grüner Silvaner. In Sommerhausen schickt sich aber die Rebschule Steinmann an eine andere Varietät, nämlich den Blauen Silvaner zu kultivieren und leistet hiermit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt dieser historischen Sorte. Was 1964 aus einem einzigen Exemplar dieser Rebsorte in einem ansonsten mit Grünen Silvaner bestockten Weinberg herausselektioniert wurde ist heute der einzige Klon des Blauen Silvaners, der zur Züchtung zugelassen ist. Der Klon ST25 ist Eigentum der Rebschule Steinmann, die auch eingetragener Erhaltungszüchter dieser Sorte ist. Die Winzerfamilie Steinmann ist mit ihrem Weingut Schloss Sommerhausen gleichzeitig auch der größte Betrieb, der den Blauen Silvaner an- und ausbaut. Der VDP Betrieb ist im historischen Schloss Sommerhausen ansässig und bewirtschaftet in der 15. Generation inzwischen rund 25 Hektar Weinberge.

Weinraritäten aus 40 Jahren - im Überraschungspaket oder bei der Raritätenprobe im Schloss Sommerhausen
Weinraritäten aus 40 Jahren – im Überraschungspaket oder bei der Raritätenprobe im Schloss Sommerhausen

Martin Steinmann verwaltet aber noch einen weiteren, ganz besonderen, “Weinschatz”. Die Rede ist von einer Sammlung von rund 40.000 Flaschen Wein aus den letzten 40 Jahren. Die Sammlung stammt von dem Würzburger Ehepaar Koegel, das sich seit den 1970er Jahren diese ansehnliche Menge an Weinen, ausschließlich deutscher Herkunft, zurückgelegt hat. Aus der Not eine neue Bleibe für ihre Sammlung zu finden – ihr Weinkeller in Würzburg wurde gekündigt – und wahrscheinlich der Einsicht, dass die Menge Wein in diesem Leben nicht mehr aufzubrauchen wäre, hat das Ehepaar Koegel sich entschlossen, die Sammlung einem Guten Zweck zuzuführen. Seither bemüht sich Martin Steinmann, der den gesamten Koegelschen Bestand in seinen Keller geholt hat, die Flaschen in Überraschungspaketen an den Weinfreund zu bringen. Zudem veranstaltet er im Sommerhäuser Schloss monatlich eine Weinprobe mit den reifen Weinen. Der Reinerlös aus der Vermarktung der Sammlung kommt der wohltätigen Organisation Wine Saves Life ev. zugute.


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Aus Franken in die weite Welt

Ein paar Gassen weiter findet man ein weiteres Weingut mit Namen Steinmann, das Weingut Artur Steinmann. Artur Steinmann ist wohl einer der einflussreichsten Winzer in Franken. Als Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes ist er richtungsweisend für die Weinbauregion. Als Kopf und Gründungsmitglied der Winzervereinigung Frank&Frei sorgt er für eine positive Belebung des leicht angestaubten Image des Müller-Thurgau und das seit nunmehr 20 Jahren ziemlich erfolgreich. Neben dem Weingut betreibt die Winzerfamilie ein Hotel. Hotel und Weingut befinden sich im sogenannten Pastoriushaus  (Maingasse 8, 97286 Sommerhausen). Hier verbinden sich die alte und die neue Welt. Einer der ersten deutschen Siedler auf amerikanischen Boden stammt aus diesem Haus, Franz David Pastorius.

Weingut Artur Steinmann im Pastoriushaus, Sommerhausen.
Weingut Artur Steinmann im Pastoriushaus, Sommerhausen.

Pastorius landete in den Augusttagen des Jahres 1683 in der Neuen Welt. In Pennsylvania bereitete er die Ansiedlung von 13 Weberfamilien aus Krefeld vor, die als erste deutsche Auswanderer nach Amerika gelten. Auf ihn geht die Gründung der ersten deutschen Siedlung in Amerika – Germantown – zurück, die heute Teil der Stadt Philadelphia ist. Im Stadtsiegel, das ebenfalls Pastorius entworfen hat,  findet sich noch ein Weinstock, wird wohl ein fränkischer sein.

Große Aufmerksamkeit erfuhr Pastorius durch eine von ihm mitverfasste Protestschrift gegen die Sklaverei. Diese brachte ihm sogar einen Platz in der Kuppel des Capitols von Washington ein. Dort ist ein Abbild von ihm zu sehen, das ihn vor Indianern kniend zeigt, eine besondere Würdigung seines Einsatzes für Frieden und Freiheit in Amerika.

Das Weinanbaugebiet Franken lässt sich grob in die drei Bereiche Mainviereck, Maindreieck und Steigerwald einteilen. Das südliche Maindreieck, auch MainSüden genannt, ist vom Muschelkalkboden geprägt, der dem für diese Region typischen Silvaner eine ganz eigene Eleganz verleiht.

Aber kommen wir nun wieder in die Gegenwart von Sommerhausen zurück. Hier gibt es auch außerhalb des Ortes einiges zu entdecken. Wer einigermaßen gut zu Fuß ist, der sollte den kurzen Aufstieg in die Weinberge Sommerhausens wagen. Hier befindet sich einer der magischen Orte Frankens, auch terroir f genannt. Dieser terroir f ist in Anlehnung an den Künstlerort mit etlichen Kunstwerken rund um das Thema Wein bestückt. Hier kann jedermann ein Selfie mit einer Weinkönigin machen, diese hier ist allerdings aus Ton. Ein metallener Buttenträger oder ein überlebensgroßer Bacchus sind weitere Werke die es hier zu bewundern gibt. Man kann aber auch einfach die schöne Aussicht in das Maintal Richtung Würzburg genießen.

Randersacker – Was macht denn die Badewanne auf dem Marktplatz?

Balthasars Badewanne mitten in Randersacker
Balthasars Badewanne mitten in Randersacker

Auf halber Strecke Mainabwärts, zwischen Sommerhausen und Würzburg gelegen, kommt man in den bekannten Weinort Randersacker. In Sachen zeitgenössischer Kunst will man sich hier auch nicht lumpen lassen und so hat man den Bau der Umgehungsstraße geschickt zur Neugestaltung und Aufwertung des Ortskerns genutzt. Für reichlich Aufsehen sorgt hier eine goldene Badewanne mitten auf dem Dorfplatz. Balthasars Badewanne ist keinem geringeren als dem großen Baumeister der Würzburger Residenz, Balthasar Neumann, gewidmet. Neumann hat zwar nie in dieser Wanne gesessen, sie soll aber die Aufmerksamkeit zu einem von ihm errichteten Gebäude lenken. Der virtuell badende Balthasar würde nämlich direkt auf seinen barocken Gartenpavillon schauen, der schräg gegenüber des Platzes gelegen ist. Freilich zieht heute die Badewanne viel mehr Aufmerksamkeit auf sich als der Pavillon selbst, aber damit ist ja auch schon ein Ziel erreicht.

Nicht zu vergessen ist natürlich, dass Randersacker auch ein Premium Weinort ist. Große Lagen wie Teufelskeller, Pfülben oder Sonnenstuhl haben für Weinkenner einen besonderen Klang. Die Silvaner von den hiesigen Muschelkalkböden gehören zu den besten Frankens. Was liegt also näher, als sich hier dem Genuss zu widmen. Viele der Randersackerer Winzer pflegen die Tradition der Heckenwirtschaft. Was andernorts Strauß-, Besen- oder Häckerstuben sind ist hier eben die Hecke. Die Winzer räumen also ihre gute Stube für ein paar Wochen und öffnen sie ihren Gästen. Neben den hauseigenen Weinen gibt es auch immer eine zünftige fränkische Mahlzeit. Bratwürste (hier Bratwürscht genannt) entweder mit Brot und Kraut oder im Weinsud gekocht als Blaue Zipfel sind die typischen Gerichte. Es gibt kaum ein Wochenende an dem nicht mindestens eine Heckenwirtschaft geöffnet hat und selbst für diesen außergewöhnlichen Fall wäre gut gesorgt, denn es gibt auch einige permanent geöffnete Weinstuben und Restaurants.

Würzburg – Weltkulturerbe und Weinkultur

Wenn man schon auf halbem Weg ist, dann sollte man unbedingt noch den Abstecher nach Würzburg machen und das Meisterwerk des ‘badenden’ Baumeisters bewundern. Die Würzburger Residenz, nach den Plänen Balthasar Neumanns erbaut, ist ein Wunderwerk des Barock und UNESCO Weltkulturerbe. Sehenswert ist auch die Innengestaltung, allem voran das Deckenfresco des Venetianischen Künstlers Giovanni Battista Tiepolo, das als größtes zusammenhängende Deckengemälde der Welt gilt. Es zeigt Darstellungen von Menschen und Tieren aus allen vier Kontinenten. Moment, vier? Ja vier, denn Australien und Neuseeland waren seinerzeit noch gar nicht entdeckt. Die Residenz beherbergt aber neben Weltkultur auch Weinkultur, denn die weitläufigen Kellergewölbe sind mit den Fässern des Staatlichen Hofkeller belegt. Die Kellerführungen mit Verkostung sollte man sich keinesfalls entgehen lassen.

Würzburg hat noch viel mehr in Sachen Wein, Genuss und Kultur zu bieten. So viel, dass es den Rahmen hier sprengen würde. Für dieses Mal wollen wir es aber dabei belassen. Wir kommen wieder hierher und dann gibt es mehr davon zu lesen. Versprochen!

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