Übersetzte Fassung des Artikels „A Taste of Rome“ von Sarah Maduri, erschienen im Wine Tourist Magazine, Ausgabe Februar 2016.

Sollten Sie mal ziellos in Rom umherirren, dann würde ich empfehlen, sich in die kleine Piazza Viale di Trastevere zu verirren. Dort gleich um die Ecke, vorbei an beleuchteten Torbögen, befindet sich eine kleine, dunkle, kerzenbeleuchtete Weinbar ohne Namen. Sie hat wohl eine der bemerkenswertesten Weinkarten der Stadt. Der rote Hauswein allein reicht schon, um dich ehrfürchtig werden zu lassen. Die liebenswürdig lustigen Eigentümer vermitteln einem gerne etwas italienischen Slang.
Es beweist sich immer wieder: „man kann nie genug Hände schütteln!“ Denn dank meiner sieben neuen römischen Freunde, wurde ich ein paar Tage später stolze Besitzerin einer Mitgliedskarte zu dem kleinen exklusiven Etablissement Namens Country Roma. Versteckt in einem kleinen Garten an einer kurvigen Straße oberhalb des Stadtzentrums, bietet Country Roma für seine Mitglieder das wahrscheinlich interessanteste kulinarische Erlebnis ganz Roms. Eine eiserne Tür versperrt buchstäblich den Zugang für jeden außer der Handvoll Mitglieder, welche die sechs Tische des Etablissements einnehmen. Schlicht und einfach eine der köstlichsten und angenehmsten Mahlzeiten meines Lebens. Die Atmosphäre hatte die rustikale Wärme, die man von einer italienischen Küche erwarten würde. Mit das Beste war: Es gibt im Country Roma keine Speisenkarte, aus der man wählen könnte. Man isst was auf den Tisch kommt! Mein Menü bestand aus sautiertem Chicorée, Linsen und etwa sechs verschiedenen Versionen ihrer köstlichen Steinofenpizza. Da es kurz vor Weihnachten war, war eine selbstgemachte Panettone der krönende Abschluss.



Nach Country Roma, konnte ich mir kaum vorstellen, an meinem letzten Abend in Rom das Ganze nochmal zu toppen. Wie es der Zufall wollte, lag ich falsch. Eine einheimische Römerin schickte mich zum La Pace Del Palato. Sie versicherte mir, dass sich das Restaurant in der Nähe der Piazza Navona abseits der touristisch ausgetretenen Pfade befindet. Nach dem Genuss eines lebensverändernden Menüs aus Rindfleisch-Carpaccio, traditioneller römischer Pasta, und warmen, von Prosciutto umwickelten und panierten Mozzarella, haben wir gemeinsam mit dem Besitzer Renato, der kaum ein Wort Englisch spricht, die letzten paar Flaschen Chianti geköpft und das Restaurant abgeschlossen. Schließlich hat Renato mit einem Augenzwinkern von der italienischen Hintergrundmusik zum amerikanischen 80er Jahre Pop à la Rick Astley gewechselt und sich mit einer Zigarette zu uns an den Tisch gesetzt. Ein paar Minuten nachdem wir uns vor dem Restaurant verabschiedeten, fand ich mich in einer leeren Piazza Navona unter einem prächtigen Sternenhimmel stehend wieder. Rom, es war ein Genuss.
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